v i m u . i n f o
Dansk version

Nina Bang

Geboren 06. 10. 1866 in Kopenhagen
Gestorben 25. 03. 1928

Die dänische Historikerin und sozialdemokratische Politikerin Nina Bang ist die Ministerin der Welt, die wie keine andere Frau im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert die dänischen Sozialdemokraten und die dänische Politik beeinflusst hat. Nina Bang wird am 6. Oktober 1866 in Kopenhagen geboren. Sie wächst in einem bürgerlich-konservativen Elternhaus auf. Ihr Vater arbeitet als Musiker und Dirigent beim dänischen Militär. 1889 erwerben nur 8 Frauen in ganz Dänemark die Hochschulreife. Nina Bang ist eine von ihnen. Sie beginnt noch im selben Jahr ein Geschichtsstudium – mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsgeschichte – an der Universität Kopenhagen. 1894 schließt sie als eine der ersten Frauen ihr Studium mit dem Examen ab. Wie auch ihr Mann interessiert sich Nina Bang für den Marxismus. Daher werden beide noch im selben Jahr Mitglied in der Sozialdemokratischen Partei. Das ist für studierte Leute selbst gegen Ende des 19. Jahrhunderts noch äußerst ungewöhnlich: Weder sind die Sozialdemokraten eine Akademikerpartei, noch stammen Bang und ihr Mann aus der Arbeiterschicht. 1898 wird Nina Bang Redakteurin beim „Social-Demokraten“, der parteieigenen Zeitung. Als engagierte Journalistin macht sie sich mit ihren Berichten über die Arbeitsbedingungen von Arbeitern und Arbeiterinnen schnell einen Namen. Aufgrund ihrer besonderen Berichte über die Frauenarbeit greifen die Sozialdemokraten das Thema Gleichberechtigung auf. Nina Bang wird auch eine Vorkämpferin zur Einführung des Frauenwahlrechts und Unterstützerin der proletarischen Frauenbewegung. Nebenbei übersetzt sie in dieser Zeit auch Schriften von Karl Marx, über den sie später eine Biografie schreiben wird. 1903 nimmt Nina Bangs politische Karriere Fahrt auf. Sie wird Mitglied im Exekutivkomitee der Sozialdemokraten und bleibt es bis 1928. Bis 1918 ist sie die einzige Frau im Parteivorstand, dann kommt mit Marie Nielsen eine zweite Frau hinzu. Von 1913 bis 1917 ist Bang Stadtverordnete in Kopenhagen. 1915 wird das Frauenwahlrecht in Dänemark durch eine Verfassungsänderung eingeführt. drei Jahre später finden die ersten Wahlen mit Frauenbeteiligung statt. Bang kandidiert und wird in das „Landsting“, die zweite Kammer, gewählt. 1920 und 1924 wird sie wieder gewählt. Sie ist Mitglied im Finanzausschuss und wird finanzpolitische Sprecherin ihrer Partei. 1924 kommt die erste sozialdemokratische Regierung an die Macht und Nina Bang wird Bildungsministerin, ein Amt das sie bis 1926 innehat. Sie ist jetzt die erste Ministerin der Welt. Es werden mehr als zwei Jahrzehnte vergehen, bis mit Fanny Jensen 1947 wieder eine Frau Ministerin in Dänemark wird.

Um diese Inhalte anzusehen, wird der Flashplayer 9 benötigt. Zum Download
case storyFallbeispiele
photosAbbildungen
quotesZitat
imageBiografien