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Otto von Bismarck

Quelle: Bertelsmann
Geboren 01. 04. 1815 in Schönhausen
Gestorben 30. 07. 1898 in Friedrichsruh

Otto von Bismarck ist eine der bedeutendsten europäischen Leitfiguren des 19. Jahrhunderts, als realer Machthaber in Preußen und Deutschland zwischen 1862 und 1890. 1862 wird Bismarck von Wilhelm I. zum preußischen Ministerpräsidenten ernannt und 1871 während der Vereinigung Deutschlands zum Reichskanzler. Wilhelm I. steht hinter den politischen Entscheidungen Bismarcks und im Reichstag findet Bismarck zunächst nur die Unterstützung der Nationalliberalen, später allerdings auch die der konservativen Junker und der Großindustrie.

Bismarck ist kein überzeugter Anhänger der Demokratie und des Parlamentarismus und so bleibt für lange Zeit der politische Einfluss des Reichstages sehr bescheiden. Obwohl die preußische Verfassung die liberalen Freiheitsrechte sichert, gelingt es Bismarck trotzdem die Opposition zu unterdrücken. Die Sozialistengesetze von 1878 sind ausgesprochen repressiv, da sie sozialdemokratische Vereine verbieten. Auf der anderen Seite ist es jedoch auch Bismarck, der in den 1880er Jahren neue Sozialgesetze einführt, die als Vorläufer des späteren deutschen Wohlfahrtstaates angesehen werden können. Das Ziel dieser Sozialgesetzgebung ist den radikalen Sozialismus in Deutschland zu verhindern.

Außenpolitisch führt Bismarck eine sehr aktive Allianzpolitik. Nach den Siegen über Dänemark im Jahr 1864 und Frankreich in den Jahren 1870-71 ist sein Hauptinteresse den deutschen Nationalstaat gegen mögliche Vergeltungsangriffe der Nachbarländer abzusichern. Deshalb geht er eine Reihe von Allianzen mit verschiedenen europäischen Ländern ein, die Deutschland vor einem Angriff schützen sollen, insbesondere vor einem französischen.

Als Wilhelm I. im Jahr 1888 stirbt, übernimmt Friedrich III. für einen Zeitraum von drei Monaten die Macht. Er steht Bismarcks konservativer antiparlamentarischer Politik kritisch gegenüber. Als Wilhelm II. später im Jahr 1888 Kaiser wird, ist dies der Anfang vom Ende Bismarcks. Der junge Kaiser will eine aktivere "Weltpolitik" führen und der inländischen Opposition mehr Platz geben. Bismarck zieht sich deshalb 1890 zurück und lebt für den Rest seines Lebens auf seinem Gut Friedrichsruh bei Lauenburg.

Es gibt eine Reihe verschiedener Meinungen zu Bismarck. In Dänemark ist er schon immer unbeliebt gewesen und wird auch weiterhin dementsprechend im Geschichtsunterricht dargestellt. In Deutschland gibt es verschiedene Auffassungen. Einer Auslegung zufolge ist Bismarck von großer Bedeutung für die Vereinigung Deutschlands gewesen, weshalb dieser Aspekt in den Vordergrund gestellt wird. In einer anderen Interpretation steht das konservative Regime, das die liberale und sozialdemokratische Opposition unterdrückt, im Mittelpunkt. Es herrscht jedoch Einigkeit darüber, dass Bismarck von großer Bedeutung für die politische Entwicklung Deutschlands im 19. Jahrhundert gewesen ist.

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