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Frauen © izrg

"Die" Frau im Nationalsozialismus gibt es nicht: Auch in Schleswig-Holstein nehmen Frauen viele Rollen ein, sind begeisterte "Volksgenossinnen" oder "Mitläuferinnen", manchmal auch Täterinnen. Andere werden Opfer.

Im Mittelpunkt der NS-Ideologie steht die "arische" Frau mit ihrer "natürlichen" Bestimmung als Mutter. Familienpolitische Maßnahmen wie großzügige "Ehestandsdarlehen" und steuerliche Vergünstigungen sollen die Hausfrauen-Ehe attraktiv machen und die Geburtenrate steigern. Allerdings gelten diese Förderungen nur für gesunde, "rassisch" ausgewählte Ehepaare. Außerhäusliche Erwerbsarbeit von Frauen will man auf den privaten und sozialen Bereich beschränken, auch deshalb werden Ausbildungen in Land- und Hauswirtschaft aktiv gefördert und ab 1939 das landwirtschaftliche Pflichtjahr für alle ledigen Frauen unter 25 Jahren eingeführt. Im agrarisch geprägten Schleswig-Holstein erfährt die Berufstätigkeit der Bäuerin in der überlieferten Dreifachrolle von Ehefrau, Mutter und Mit-Arbeiterin eine ideologische Aufwertung. Trotzdem hält die Landflucht an. Die Nationalsozialisten verfehlen auch andere Ziele: Die Geburtenrate bleibt niedrig, während die Frauenerwerbsarbeit in Schleswig-Holstein in der Vorkriegszeit aufgrund der Rüstungsanstrengungen sogar zunimmt.

Die Heranführung der deutschen Frauen an die NS-Volksgemeinschaft übernimmt die "NS-Frauenschaft" mit 1935 68.000 Mitgliedern. Ab 1936 werden nur noch nationalsozialistische Führerinnen etwa aus dem "Bund deutscher Mädel" aufgenommen, um den Elitecharakter zu unterstreichen. Den anderen Frauen steht das "Deutsche Frauenwerk" offen, dessen Aufgaben im wohlfahrtspflegerischen Bereich liegen und das die Mitglieder der gleichgeschalteten Frauenvereine übernommen hat.

Siehe auch:

Industriearbeiterin
Das NS-Frauenbild

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