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Die "Rote Armee Fraktion" © izrg

Die "Rote Armee Fraktion" ist eine linksextreme, terroristische Gruppierung, die aus einem Splitter der APO entsteht. Bereits 1968 legen Andreas Baader und Gudrun Ensslin, die beiden Köpfe der so genannten "ersten Generation" der RAF, Feuer in zwei Frankfurter Kaufhäusern, um gegen den Vietnamkrieg zu demonstrieren. Nach der gewaltsamen Befreiung von Andreas Baader aus der Haft durch Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin im Mai 1970 agiert die RAF nun aus dem Untergrund. Es folgen Banküberfälle und Sprengstoffanschläge auf Einrichtungen der US-Streitkräfte in Deutschland. 1971 veröffentlicht die Gruppe ihr programmatisches "Konzept Stadtguerilla", in dem sie ihren "antiimperialistischen Kampf in den Metropolen" rechtfertigt. 1972 werden Baader, Ensslin und auch Meinhof erneut verhaftet und 1977 zu mehrfachen lebenslangen Haftstrafen verurteilt.

Zum weiteren Umfeld der "ersten Generation" der RAF gehören auch Georg von Rauch und Thomas Weissbecker. Sie sind Professorensöhne und haben ihr Abitur auf der humanistischen "Kieler Gelehrtenschule" abgelegt. Beide werden unter ungeklärten Umständen 1972 von Staatsschutzbeamten erschossen. Die Schicksale beider Professorenfamilien sind Symbole für Generationenkonflikte: Georg von Rauchs Vater hat während der NS-Zeit inzwischen peinliche Ostveröffentlichungen verfasst. Vater Weissbecker ist dagegen Widerstandskämpfer und NS-Verfolgter gewesen, aber ausgerechnet während der Zeit der APO zum Rektor der Kieler Universität aufgestiegen. Das Aufbegehren beider Söhne endet in absoluter Sprachlosigkeit und in der RAF.

Bemerkenswert ist, dass in dieser Zeit viele Menschen mit der RAF sympathisieren. Sie prangern vor allem die vermeintliche "Isolationsfolter" der Gefangenen - die zeitweilige Einzelhaft - an. Unter der Führung von Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar - der "zweiten RAF-Generation" - erreicht der Terrorismus 1977 im so genannten "Deutschen Herbst" seinen Höhepunkt: Nach der Ermordung von Generalbundesanwalt Siegfried Buback im April und der Ermordung vom Vorstandssprecher der "Dresdner Bank" Jürgen Ponto im Juli wird am 5. September 1977 Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer entführt, um die inhaftierten Baader und Ensslin freizupressen. Um den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen, entführt ein palästinensisches Terrorkommando die Lufthansamaschine "Landshut" und nimmt die Passagiere als Geiseln. Nach der erfolgreichen Befreiung der Geiseln durch die Antiterroreinheit des Bundesgrenzschutz "GSG 9" am 18. Oktober 1977 nehmen sich Baader und Ensslin noch in derselben Nacht in ihren Zellen das Leben. Hanns Martin Schleyer wird daraufhin am 19. Oktober ermordet aufgefunden.

In den folgenden Jahren verübt die RAF weitere Attentate, unter anderem die Morde an dem Chef der "Deutschen Bank" Alfred Herrhausen im November 1989 und 1991 an dem Chef der "Deutschen Treuhand" Detlev Rohwedder. 1993 sorgt eine missglückte Aktion der "GSG 9" im mecklenburgischen Bad Kleinen für Schlagzeilen: Beim Versuch, die RAF-Terroristen Birgit Hogefeld und Wolfgang Grams zu verhaften, kommt es zu einem Schusswechsel. Ein "GSG 9"-Beamter und Wolfgang Grams sterben, wobei die Umstände von Grams Tod nicht gänzlich geklärt werden können. Im Zuge der folgenden innenpolitischen Affäre tritt Bundesinnenminister Rudolf Seiters (CDU) zurück. Erst 1998 erklärt die RAF schließlich ihre Selbstauflösung.

Siehe auch:

Dr. Alfred Herrhausen
Brigitte Mohnhaupt
Rudolf Seiters
Birgit Hogefeld
Wolfgang Grams
Andreas Baader
Gudrun Ensslin
Dr. Hanns Martin Schleyer
RAF Prozesse
Dr. Detlev K. Rohwedder
Siegfried Buback
Ulrike Meinhof
Georg von Rauch
Christian Klar

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