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Grenzziehung © izrg

Emil Nolde lebt im Haus Utenwarf in der Nähe von Tønder. Noldes Wohnsitz liegt also bei der Abstimmung laut der Artikel 109 bis 114 des „Versailler Vertrages“ über die Grenzziehung zwischen dem Deutschen Reich und Dänemark in der nördlichen Zone. Die Siegermächte des Ersten Weltkriegs haben den Norden Schleswigs in zwei Zonen eingeteilt: In der nördlichen ersten Zone, die von der Königsau bis zur heutigen Staatsgrenze verläuft, stimmt die Bevölkerung in einer en-bloc-Abstimmung über ihre künftige staatliche Zugehörigkeit. In der südlicher gelegenen zweiten Zone, die den Rest des Kreises Tønder, vier Gemeinden des Kreises Husum sowie einen großen Teil des Landkreises Flensburg und die Stadt Flensburg umfasst, wird dagegen gemeindeweise abgestimmt. Bei der Abstimmung der nördlichen Zone stimmen im Februar 1920 75% der Bevölkerung für Dänemark. Im März desselben Jahres stimmen in der zweiten Zone knapp 80% der dort ansässigen Bevölkerung für den Verbleib bei Deutschland.

Nolde beteiligt sich nicht an der Volksabstimmung. In seinen Lebenserinnerungen schreibt er über diese Zeit, dass ihn „die Frage, was deutsch und was dänisch ist“ sehr beschäftigte, „die Zerreissung des heimatlichen Schleswig mittendurch“ scheint ihm und seiner Frau brutal und trifft sie schwer. Der Maler fühlt sich deutsch, möchte aber nicht gegen das Mutterland seiner Frau stimmen.

Durch die neue Grenzziehung liegt Utenwarf nun auf dänischem Gebiet, Nolde wird dänischer Staatsbürger und Angehöriger der deutschen Volksgruppe.

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