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Die Strandburg © izrg

"...hier arbeiten sie mit Spaten und Schaufel, gehen ihren kindlichen Einfällen nach, bauen Gräben, Höhlen, Brücken, besonders aber Burgen und Festungen, auf deren höchsten Punkten sie mit Stolz die Landesflaggen aufpflanzen." So beschreibt Meyers Reisebuch über die Nordseebäder 1901 der Deutschen liebsten Zeitvertreib am Badestrand. Tatsächlich gehören Strandburgen seit den 1890er Jahren als unverzichtbarer Bestandteil des Strandlebens. Dabei gehen die künstlerischen beziehungsweise selbstdarstellerischen Ambitionen weit über den ursprünglichen Zweck als Windschutz hinaus. Aber auch in diesem Fall sind der freien Entfaltung Grenzen gesetzt: In Westerland auf Sylt wird beispielsweise der offiziell zulässige Durchmesser der Strandburgen auf höchsten 5 Meter festgesetzt.

In der Zeit der "politisierten Strände" der 1920er und 1930er Jahre wird die Strandburg zur Plakatwand der politischen Gesinnung. Entpolitisiert und als privates Steckenpferd, vergleichbar mit Gartenzwergen, lebt der Sandburgenbau als – sehr deutsche – Freizeitbeschäftigung an den schleswig-holsteinischen Stränden fort. Jenseits der deutsch-dänischen Grenze gilt der Bau von Strandburgen im Übrigen als "Ausdruck teutonischen Militarismus", wie sich im so genannten "Strandburgen-Krieg" im Sommer 1963 zeigt.

Professionalisiert und auf die Spitze getrieben präsentiert sich der Sandburgenbau als "Sandskulpturenfestival" im Rahmen der seit 2002 alljährlich in Travemünde stattfindenden "Sand World". Dort können zahlende Besucher bis zu zehn Meter hohe Sandskulpturen bewundern.

Siehe auch:

Politisierte Strnde
Werbeaufnahme von 1906
Strandroutine
Sandburg
Perfekter sandburgenbau

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