v i m u . i n f o
Dansk version
grenzen politik wirtschaft gesellschaft kultur meer

Typisch dänisch - typisch deutsch © sdu

illustration
"Wurstdeutsche"
... (mehr)
Was ist typisch dänisch und was ist typisch deutsch? Man kann die Frage unmöglich genau beantworten, doch es gibt einige bedeutende Unterschiede. Sagt man "du" oder "Sie" und ist es zulässig nationale Symbole zu benutzen?

Was ist typisch dänisch und was ist typisch deutsch? Kann man überhaupt etwas Sinnvolles darüber sagen? Es ist fast unmöglich etwas zu sagen, ohne in Verallgemeinerungen und stereotype Auffassungen zu verfallen. Man übersieht auch leicht, dass die sozialen und kulturellen Umgangsformen sich ständig verändern und dass es große regionale und lokale Unterschiede innerhalb der Grenzen eines Landes gibt.

Trotzdem wurden immer Reiseführer für Touristen über Deutschland und Dänemark geschrieben. Es wurden auch verschiedene Handbücher für Geschäftsreisende und andere geschrieben, die lehrten wie man mit den Menschen auf der anderen Seite der Grenze zusammenarbeiten sollte. Studenten bekommen Unterricht in dänischem und deutschen Kulturverständnis. Die Ursache dafür ist, dass es wichtig ist, wie die Umgangsformen und Spielregeln im Nachbarland sind. Andernfalls kann man große Probleme bekommen.

Die Art und Weise wie sich Dänen und Deutsche anreden ist wahrscheinlich der größte Unterschied in den beiden Ländern. In Dänemark werden alle mit "du" angesprochen und fast alle mit dem Vornamen. Egal wie alt sie sind, welche Stellung sie einnehmen und wie ihre soziale Position aussieht. In Deutschland ist es normal "Sie" zu sagen und die meisten werden mit dem Nachnamen angesprochen, wenn man denjenigen nicht so gut kennt. Auch benutzt man in Deutschland Titel, während man in Dänemark schief angeschaut wird, wenn man darauf besteht mit "Direktor" oder "Doktor" angeredet zu werden.

photo

Größe

Quelle: Stender Samlingen ved Syddansk Universitet, Esbjerg.
Postkarte aus den 1970er Jahren mit einer Zeichnung Dänemarks, das die ganz Welt ausfüllt. Text: "Grüße aus dem größten Land der Welt" Die Postkarte drückt auf ironische Weise aus, dass Dänemark sich selbst als "größtes Land der Welt" sieht. Obwohl Dänemark im Vergleich zu Deutschland und Schweden eher ein "kleiner Bruder" ist, leidet es nicht unter Minderwertigkeitskomplexen. Man kann gemütlich bei einem Bier und einer Zigarette mit dem Chef zusammensitzen, den man natürlich duzt. Das können > mehr

Der Gebrauch von nationalen Symbolen ist auch verschieden. Der Danebrog wird bei allen erdenklichen Ereignissen gehisst und die dänischen Lieder aus dem Gesangsbuch werden oft gesungen. Dies wäre in Deutschland nicht denkbar. Die Flagge wird normalerweise nicht privat gehisst und Vaterlandsgesänge werden nur bei wenigen Gelegenheiten angestimmt. Dies hängt mit der Vergangenheit zusammen, wo Flaggen und nationale Gesänge mit dem Nationalsozialismus und Rechtsradikalismus verbunden werden. Doch während der Fußball-WM 2006 änderte sich einiges an diesem Bild. Damals schwangen die Deutschen die Fahne, hatten Kleidung in den nationalen Farben an und sangen nationale Schlachtgesänge. Es ist interessant, dass dies die Deutschen bekümmerte, während die Nachbarländer das Recht anerkannten, dass die Deutschen sich genauso wie alle anderen aufführen durften.

An dänischen Arbeitsplätzen ist es normal, dass die Mitarbeiter sich treffen und miteinander umgehen. Beim jährlichen Weihnachtsfrühstück und bei anderen sozialen Veranstaltungen nehmen alle Abteilungen teil. Dies ist nicht gang und gäbe an deutschen Arbeitsplätzen. Hier treffen sich die Leiter und höhere Funktionäre normalerweise nicht mit den Mitarbeitern bei sozialen Veranstaltungen.

Auf beiden Seiten der Grenze steht das Heim und die Familie im Mittelpunkt. Sie sind der Kern in der sozialen Welt vieler Menschen und es ist völlig normal, sich mit Freunden und Bekannten zuhause zu treffen. In Deutschland trifft man sich aber auch viel in einer Kneipe, dort trinkt man mit seinen Freunden ein Feierabendbier. Doch dies hat sich in den letzten Jahren mehr und mehr verändert. Weil immer mehr Menschen alleine und in großen Städten wohnen, treffen sich immer mehr auch in Cafés und Restaurants.

Es ist unterschiedlich, wie sich die Einwohner eines Landes selber sehen und wie Ausländer sie sehen. In Dänemark versteht man sich selbst als "hyggelig"(gemütlich), freisinnig, offen, gleich und man hat Humor. Doch in den letzten Jahren wurde die dänische Toleranz und das Entgegenkommen angegriffen. Die Einwanderer- und Flüchtlingspolitik wurde verschärft und die "Mohammed-Sache" 2006 lässt die Dänen international eher als verschlossen und reserviert Fremden gegenüber wirken.

In Deutschland verstand man sich nach dem Krieg als echte Europäer. Mehrere Generationen wurden so erzogen, dass sie sich schuldig für die Geschehnisse während des nationalsozialistischen Regimes fühlen, mehr Wert auf die europäische Gemeinschaft und Zusammenarbeit legen und auch Offenheit gegenüber andere Kulturen und andere Verhaltensweisen haben. Trotz allem wurde das Bild in den letzten Jahren immer wieder durch Angriffe rechtsradikaler Gruppen auf Menschen mit ethnischem Hintergrund überschattet. Wenn dies geschieht, fürchten die Deutschen einen neuen "Stiefelschritt" - in Deutschland und in den Nachbarländern.

Die gegenseitige Auffassung wird oft mehr oder weniger humoristische genutzt. Der Ausdruck "Wurstdeutsche" und "Speck-Dänen" gibt es noch immer. Man darf sich nicht zuviel dabei denken, doch wir haben noch immer eine Menge Vorurteile. Auch wenn ein Teil der Vorstellungen karikiert und falsch sind.

Diese Geschichte erscheint in folgenden Themen:
Sprachen, Traditionen
Aktuelle Konflikte
Um diese Inhalte anzusehen, wird der Flashplayer 9 benötigt. Zum Download
case storyFallbeispiele
Du
multimediaMultimedia
photosAbbildungen
videoVideo
sourceQuellen