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Landwirtschaftspolitik © sdu

Die Landwirtschaft ist von jeher stark politisiert gewesen, doch dies hat sich in den letzten Jahrzehnten geändert. Umwelt- und Verbraucherangelegenheiten sind als Themen in den Vordergrund gerückt und es werden Forderungen nach einer ethischen Behandlung die Tiere gestellt. Die politischen Veränderungen haben große Bedeutung für die Regionen Schleswig-Holstein und Süddänemark, wo die Landwirtschaft noch immer eine große Rolle spielt.

Die Landwirtschaft ist ein Erwerbszweig, der traditionell in den meisten Ländern gestützt und beschützt wird. Dies hängt damit zusammen, dass die Auffassung vertreten wird, dass die Produktion der Lebensmittel besonders in Zeiten der Krisen und Kriege wichtig ist. Dies hängt wiederum mit der großen lokalen und regionalen Bedeutung der Landwirtschaft zusammen. Außerdem haben die landwirtschaftlichen Organisationen einen großen politischen Einfluss in vielen Ländern und sie waren zuvor im Stande, Eingriffe in den Erwerbszweig zu verhindern.

Früher hatte die Landwirtschaft in Dänemark und Deutschland ganz verschiedene Ausgangspunkte. In Dänemark war die Produktion seit den 1880ern auf den Export ausgerichtet und man war an freiem Handel mit landwirtschaftlichen Produkten interessiert. In Deutschland wurde die Landwirtschaft früh gegen die ausländische Konkurrenz geschützt, durch Zollmauern oder andere Restriktionen. Dieser Unterschied hat sich in den Nachkriegsjahren verändert, besonders nach dem Beitritt Dänemarks in die EU 1973.

Anfang der 1950er stellte die USA Regeln für den Marshall-Plan auf. Es mussten alle Handelsbarrieren in Westeuropa entfernt wurden. Dies war ein wichtiger Grund für die Errichtung der Europäischen Kohle- und Stahlunion 1951 und später für die EU 1957. Obwohl man intensiv verhandelte, um einen freien Markt für Landwirtschaftsprodukte zu etablieren, wurde er nicht durchgesetzt. Deshalb galt der freie Markt nur für Industriewaren zwischen den Mitgliedländern.

Das Dänemark nicht Mitglied der EU war, schuf Probleme in der Landwirtschaft. In den ersten Jahrzehnten nach dem Krieg waren die Mitgliedsländer daran interessiert, die Produktion zu erhöhen, um sich selber versorgen zu können. Deshalb wurde der Landwirtschaft ein Mindestpreis - ein sogenannter Interventionspreis - für ihre Waren zugesichert. Dieser war normalerweise höher als der Markt- und Weltmarktpreis. Der Import in EU-Länder war mit Abgaben verbunden, die bis 1973 auch die dänischen Landwirte traf.

Mit Eintritt in die EU wurde Dänemark ein großer jährlicher Zuschuss für die Landwirtschaft zugesichert. Gleichzeitig vermied der dänische Staat die milliardenschweren Ausgaben für den Export in die EU-Ländern. Alles in allem war die Mitgliedschaft in der Eu ein großer ökonomischer Gewinn. Gleichzeitig konnte man die Produktion in der EU erhöhen, um so größere Lager für Lebensmittel anlegen zu können.

Die Landwirtschaftspolitik der EU hatte große Bedeutung für die landwirtschaftliche Entwicklung der Region. In Schleswig-Holstein und in Dänemark waren die Mindestpreise entscheidend für die Strukturentwicklung, in der es immer weniger, dafür aber größere Betriebe gab. Dass die Preise für landwirtschaftliche Produkte in den letzten 20-25 Jahren leicht fielen, lag daran, dass große Investitionen in die Landwirtschaft und ihre Spezialisierungen vorgenommen wurden. Große Betriebe mit einer hohen Produktivität können effektiver produzieren als kleine Betriebe mit einer gemischten Produktion.

Seit Anfang der 1980er erhöhte sich der politische Druck auf die Landwirtschaft. Der Wunsch nach einer größerer Landwirtschaftsproduktion veränderte sich in den Wunsch nach einer sich selber tragenden Produktion und Lebensmittelsicherheit. Umwelt- und Verbraucherwünsche haben die Zielrichtung übernommen. Die Gesellschaft akzeptiert keine Landwirtschaft mehr zu Lasten der Umwelt und Tiere sollen ethisch vertretbar behandelt werden. Die hängt damit zusammen, dass nur 1-2 % der Bevölkerung Landwirte sind und dass die ökonomische Bedeutung der Landwirtschaft in Dänemark und Deutschland mittlerweile bescheiden ist.

Das Leben auf dem Land in Schleswig-Holstein und Süddänemark hat sich sehr verändert. Obwohl es noch immer ein Region ist, die von der Landwirtschaft geprägt ist, gibt es nur noch wenige Landwirte. Der größte Teil der Bevölkerung ist mit anderen Dingen beschäftigt und wohnt auf dem Land wegen der Natur. Dies kann zu politischen Spannungen führen. Die Nachbarn beklagen sich über Luft- und Lärmbelästigung und wollen verhindern, dass man größere Ställe baut. Das Verhältnis zu den Landwirten hat sich in diesem Sinne stark verändert.

Diese Geschichte erscheint in folgenden Themen:
Landwirtschaftlicher Strukturwandel
EU
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